GlossarTechnik
llms.txt ist eine vorgeschlagene Textdatei im Wurzelverzeichnis einer Website, die KI-Systemen die wichtigsten Inhalte in aufbereiteter Form anbietet.
Die Idee stammt aus dem Jahr 2024 und folgt einem vertrauten Muster: So wie die robots.txt Suchmaschinen Hinweise zum Crawling gibt, soll eine Datei unter /llms.txt großen Sprachmodellen die wichtigsten Inhalte einer Website in klarer, aufgeräumter Form anbieten — als Liste mit Verweisen und kurzen Beschreibungen im Markdown-Format.
Hier ist Genauigkeit angebracht, denn die Datei wird häufig als Standard bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um einen Vorschlag aus der Gemeinschaft, dem die Verabschiedung durch eine Normungsorganisation bislang fehlt. Google hat im Mai 2026 ausdrücklich mitgeteilt, dass die Datei für AI Overviews, den AI Mode und weitere KI-Funktionen der Suche entbehrlich ist und von Google Search unberücksichtigt bleibt.
Im Umfeld der KI-Agenten sieht es anders aus. Anthropic empfiehlt die Datei in seinen Hinweisen zum Schreiben für Agenten, OpenAI setzt sie beim Agents SDK ein, und Chromes Prüfwerkzeug Lighthouse fragt sie seit Frühjahr 2026 in einer eigenen Kategorie ab. Für Websites, die von Agenten genutzt werden sollen, ergibt sie damit durchaus Sinn.
Der Aufwand ist gering, der Nutzen bislang begrenzt und auf bestimmte Anwendungen beschränkt. Weit wirksamer für die Sichtbarkeit in KI-Antworten bleibt eine saubere Struktur mit klaren Überschriften, präzisen Aussagen und belegten Angaben — die Bausteine, die auch GEO beschreibt.
Wer die Datei anlegt, beginnt mit dem Namen des Projekts als Überschrift, ergänzt eine kurze Beschreibung und listet darunter die wichtigsten Seiten als Verweise mit je einem erklärenden Halbsatz. Üblich sind Abschnitte für Dokumentation, Leistungen und weiterführende Inhalte. Wichtig bleibt die Pflege: Eine Datei mit veralteten Verweisen richtet mehr Schaden an als Nutzen, weil sie ein falsches Bild der Website zeichnet.