Ein Content-Workflow beschreibt den festgelegten Ablauf, den ein Inhalt von der Idee bis
zur Veröffentlichung durchläuft, samt der anschließenden Pflege. Er hält fest, wer welchen
Schritt übernimmt, in welcher Reihenfolge die Schritte aufeinander folgen und woran sich
entscheidet, dass ein Beitrag fertig ist.
Warum ein fester Ablauf entlastet
Ohne festgelegten Ablauf beginnt jeder Beitrag von vorn. Es entstehen dieselben Fragen zu
Zuständigkeit, Umfang und Freigabe, Zwischenstände liegen an wechselnden Orten, und die
Veröffentlichung hängt daran, dass jemand daran denkt. Bei ein oder zwei Beiträgen fällt
das kaum auf, ab einem regelmäßigen Rhythmus kostet es spürbar Zeit.
Ein beschriebener Ablauf nimmt diese Last ab, und zwar unabhängig von der Größe des Teams.
Auch bei einer einzelnen Person wirkt er, weil er Entscheidungen vorwegnimmt, die sonst
bei jedem Beitrag neu getroffen werden. Der Aufwand für die Einrichtung beträgt wenige
Stunden und trägt anschließend über Jahre.
Hinzu kommt ein Vorteil, der sich erst nach einigen Monaten zeigt. Ein beschriebener
Ablauf macht die Arbeit übertragbar, sodass eine Vertretung einspringen oder eine neue
Mitarbeiterin einsteigen kann, ohne dass jemand das Vorgehen mündlich weitergeben muss.
Von der Idee zum Plan
Am Anfang steht eine Sammelstelle für Themen, an der Ideen unabhängig von ihrer Reife
landen. Geeignet ist alles, was Sie ohnehin verwenden, von einer Tabelle über ein
Notizprogramm bis zu einem Aufgabenwerkzeug. Wichtiger als das Programm ist, dass es nur
eine solche Stelle gibt und dass jede Idee dort mit zwei Angaben landet: der Frage, die
der Beitrag beantwortet, und der Person, für die er gedacht ist.
Aus dieser Sammlung entsteht der Plan für die kommenden Wochen. Legen Sie einen Rhythmus
fest, den Sie über Monate durchhalten, und ordnen Sie jedem Termin ein Thema samt
Zuständigkeit zu. Sinnvoll ist eine Mischung aus Beiträgen, die Besucher bringen, und
solchen, die Vertrauen aufbauen. Ergänzend gehören Themen dazu, die dauerhaft gültig
bleiben, sogenannter Evergreen-Content, weil sie
den Bestand über Jahre tragen.
Halten Sie im Plan außerdem fest, wie umfangreich ein Beitrag werden soll und welchen
Zweck er erfüllt. Ein Grundlagentext von zweitausend Wörtern verlangt eine andere
Vorbereitung als eine kurze Meldung zu einer Neuerung, und diese Festlegung im Voraus
erspart spätere Diskussionen über den Umfang.
Der Weg durch die Erstellung
Bewährt hat sich eine feste Abfolge aus fünf Schritten. Zuerst wird recherchiert und das
eigene Material gesammelt, also Zahlen aus Projekten, Beobachtungen und Quellen. Danach
entsteht die Gliederung mit den Zwischenüberschriften. Anschließend folgt die Rohfassung,
darauf die Überarbeitung mit Rücksicht auf die Verständlichkeit, und zum Schluss die technische
Aufbereitung.
Sinnvoll ist es, zwischen Rohfassung und Überarbeitung einen Tag verstreichen zu lassen.
Mit etwas Abstand fallen Wiederholungen, umständliche Sätze und fehlende Übergänge
deutlich schneller auf als unmittelbar nach dem Schreiben.
Diese Trennung von Schreiben und Überarbeiten wirkt unscheinbar und verändert das
Ergebnis erheblich. Beides zugleich zu versuchen bremst den Fortschritt und führt dazu, dass an
Sätzen gefeilt wird, die später ohnehin entfallen. Zur technischen Aufbereitung gehören ein
aussagekräftiger Title-Tag, eine
Meta-Description, die zum Klicken einlädt,
beschreibende Alt-Texte für sämtliche Bilder sowie
Verweise auf passende eigene Beiträge.
Sinnvoll ist zudem eine kurze Liste dessen, was jeden Beitrag auszeichnet, etwa ein
eigenes Beispiel, eine belegte Zahl und ein Verweis auf zwei passende Beiträge. Diese
Liste dient als Prüfstein vor der Veröffentlichung und hält die Qualität gleichmäßig, auch
wenn mehrere Personen schreiben.
KI im Ablauf
Sprachmodelle übernehmen inzwischen Teile dieser Schritte zuverlässig, allen voran das
Zusammenfassen von Recherchequellen, das Entwerfen von Gliederungen, das Formulieren von
Meta-Angaben und das Beschreiben von Bildern. Der Gewinn an Zeit ist beträchtlich, sofern
die Substanz weiterhin von Ihnen kommt.
Zwei Grundsätze halten den Einsatz sauber. Jede maschinell erzeugte Angabe gehört an der
Quelle geprüft, weil Sprachmodelle auch dann überzeugend formulieren, wenn eine Jahreszahl
oder ein Zitat danebenliegt. Und die redaktionelle Verantwortung bleibt benannt, was
zugleich die Grundlage dafür ist, dass die Kennzeichnungspflicht für geprüfte Texte
entfällt. Wie sich beides zu einem Ablauf verbindet, führt
KI im Content-Workflow aus, die Regeln für Bilder
beschreibt KI-Bilder kennzeichnen, und welche
Werkzeuge das Redaktionssystem künftig mitbringt, zeigt
WordPress 7.0.
Sinnvoll ist außerdem eine Sammlung erprobter Arbeitsanweisungen, unabhängig vom jeweiligen
Werkzeug gespeichert. Bei einem Wechsel des Modells oder des Anbieters spielen Sie diese
Sammlung einmal durch und vergleichen die Ergebnisse, statt jede Anweisung neu zu
entwickeln.
Bestand pflegen statt nur nachlegen
Der am häufigsten übersehene Teil betrifft das, was bereits veröffentlicht ist. Ein
Content-Audit verschafft einmal im Jahr den
Überblick darüber, welche Beiträge Besucher bringen, welche knapp vor der ersten
Ergebnisseite stehen und welche ihren Zweck erfüllt haben.
Planen Sie die Pflege deshalb fest ein, statt sie an freie Zeit zu knüpfen. Ein
überarbeiteter Beitrag mit bestehender Platzierung wirkt häufig schneller als ein
zusätzlicher neuer Text, weil Suchmaschinen die Seite bereits kennen. Wie sich diese
Aufgaben über das Jahr verteilen lassen, beschreibt
Website-Pflege im Jahresrhythmus.
Zur Pflege gehört ebenso die Verlinkung. Sobald ein neuer Beitrag erscheint, verdienen
zwei bis drei ältere Beiträge einen Verweis darauf, damit der Bestand zusammenwächst
statt nebeneinanderher zu stehen. Dieser Schritt dauert wenige Minuten und wird dennoch am
häufigsten übersprungen.
Werkzeuge und Zuständigkeiten
Für den Ablauf genügen drei Bausteine: eine Stelle für Themen und Zwischenstände, ein
Kalender mit den Veröffentlichungsterminen und eine kurze Liste mit den Schritten, die vor
dem Veröffentlichen erledigt sein müssen. Diese Liste ersetzt das Erinnern und verhindert,
dass immer wieder dieselben Kleinigkeiten fehlen.
Halten Sie außerdem fest, wer entscheidet. Bei einer einzelnen Person genügt eine Notiz an
sich selbst, im Team braucht es eine benannte Freigabe, damit Beiträge weder liegen bleiben
noch unfertig erscheinen. Diese Festlegungen passen auf eine Seite und ersparen im
laufenden Betrieb zahlreiche Rückfragen. Die Beiträge weiter oben auf dieser Seite
vertiefen die einzelnen Schritte.