Technik
Schema.org ist das 2011 von Google, Microsoft, Yahoo und Yandex gegründete Vokabular für strukturierte Daten, das eine offene Gemeinschaft pflegt.
Schema.org ist ein Vokabular für strukturierte Daten und damit ein festgelegter Bestand an Begriffen, mit dem sich die Inhalte einer Webseite für Maschinen eindeutig beschreiben lassen. Es bestimmt die Bezeichnungen für Dinge wie Rezepte, Veranstaltungen oder Produkte und legt fest, welche Angaben wie ein Preis oder ein Datum dazugehören, während das gewählte Format regelt, in welcher Schreibweise diese Begriffe im Quelltext stehen. Nach eigener Darstellung ist Schema.org für Webseiten und E-Mail-Nachrichten sowie für weitere Einsatzfelder gedacht.
Der HTML-Standard der WHATWG beschreibt dieses Verhältnis am Beispiel von Microdata und hält fest, dass der Einsatz von Microdata immer auch den Einsatz eines Vokabulars bedeutet. Der Standard empfiehlt Autoren die Wiederverwendung vorhandener Vokabulare, weil sich Inhalte dadurch leichter erneut nutzen lassen. Schema.org liefert ein solches gemeinsames Vokabular, das nach Angaben des Projekts unter anderem Anwendungen von Google, Microsoft und Pinterest auswerten.
Gegründet wurde Schema.org im Jahr 2011 von Google, Microsoft, Yahoo und Yandex, die Webmastern eine von allen vier Suchmaschinen gemeinsam unterstützte Auszeichnung für ihre Seiten anbieten wollten. In seinen häufigen Fragen begründet das Projekt die Zusammenarbeit damit, dass es zuvor zahlreiche konkurrierende Standards gab und Webmaster schwer entscheiden konnten, welcher davon tatsächlich ausgewertet wird. Schema.org ist nach eigener Aussage kein Normungsgremium wie das W3C oder die IETF und dokumentiert auf seiner Website lediglich die Schemas, welche die beteiligten Suchmaschinen unterstützen. Seit April 2015 dient die Schema.org Community Group beim W3C als zentrales Forum, in dem Änderungen öffentlich über GitHub und eine Mailingliste besprochen werden.
Über neue Versionen entscheidet eine kleine Lenkungsgruppe mit Vertretern der Gründerunternehmen, einem Vertreter des W3C und einigen Personen, die viel zum Projekt beigetragen haben. Die Community Group bereitet jede Version vor, die nach der Zustimmung der Lenkungsgruppe erscheint, sofern innerhalb von zehn Werktagen keine Einwände eingehen. Laut seiner Startseite zählte das Projekt im Jahr 2024 mehr als 45 Millionen Domains, die ihre Seiten mit insgesamt über 450 Milliarden Objekten aus dem Vokabular auszeichnen. Die Schemas stehen unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 und dürfen mit Namensnennung und unter gleichen Bedingungen weiterverwendet werden.
Nach dem Styleguide des Projekts setzt sich das Vokabular aus Typen und Eigenschaften sowie aus festen Aufzählungswerten zusammen. Bei Typen wie LocalBusiness beginnt jedes Wort mit einem Großbuchstaben, während Eigenschaften wie openingHours klein beginnen und erst die folgenden Wörter groß anschließen. Die Übersichtsseite von Schema.org verzeichnet im Oktober 2026 insgesamt 826 Typen und 1540 Eigenschaften, dazu 19 Datentypen für einfache Werte wie Text, Zahl oder Datum sowie 96 Aufzählungen mit zusammen 544 Werten.
Die Typen bilden eine Hierarchie mit dem allgemeinen Typ Thing an der Spitze, unter dem Zweige wie Organization für Organisationen oder Place für Orte beginnen. Ein spezieller Typ erbt die Eigenschaften der übergeordneten Typen, sodass LocalBusiness als Unterbegriff beider Zweige sowohl Angaben eines Ortes als auch einer Organisation tragen kann. Bereits Thing bringt allgemeine Eigenschaften wie name oder sameAs mit, die jeder andere Typ übernimmt. Mit sameAs verweisen Sie laut Schema.org auf eine Seite, welche die Identität eines Dings eindeutig belegt, etwa auf den passenden Eintrag bei Wikipedia oder Wikidata oder auf die offizielle Website.
Das Datenmodell leitet Schema.org aus RDF Schema ab und hält es bewusst flexibel. Eine Eigenschaft darf mehreren Typen zugeordnet sein und mehrere erwartete Werttypen haben, und wo etwa eine Person erwartet wird, akzeptieren Suchmaschinen nach dem Grundsatz „etwas Daten sind besser als keine“ häufig auch einfachen Text. Pflichtangaben legt Schema.org ausdrücklich nicht fest, weil Websites unterschiedlich viele Informationen bereithalten und die auswertenden Dienste Unterschiedliches benötigen. Fehlt ein passender Typ, empfehlen die häufigen Fragen den nächstallgemeineren und nennen als Beispiel Person für ein Verzeichnis von Professoren.
Das Vokabular lässt sich laut der Startseite von Schema.org mit verschiedenen Kodierungen verwenden, zu denen RDFa und Microdata sowie JSON-LD gehören. Microdata ist Teil des HTML-Standards und verknüpft die Begriffe über die Attribute itemscope, itemtype und itemprop unmittelbar mit dem sichtbaren Text. RDFa Lite ist eine Empfehlung des W3C, bei der laut Schema.org die Attribute vocab, typeof und property an die Stelle der Microdata-Attribute treten. JSON-LD liegt seit Juli 2020 in der Fassung 1.1 ebenfalls als Empfehlung des W3C vor und fasst die Angaben in einem eigenen Skriptblock zusammen, der vom übrigen HTML getrennt bleibt.
Der Typ ergibt sich in allen drei Formaten aus der Adresse von Schema.org und dem Namen des Typs, in Microdata etwa als itemtype="https://schema.org/Movie" und in JSON-LD als Kombination aus @context und @type. Ob Sie dabei https://schema.org oder http://schema.org schreiben, ist nach den häufigen Fragen des Projekts gleichwertig, weil beide Schreibweisen auf absehbare Zeit verstanden werden. Google behandelt alle drei Formate gleich und empfiehlt JSON-LD, da es sich nach Googles Angaben leicht umsetzen und auch in großem Umfang mit wenigen Bedienfehlern pflegen lässt. JSON-LD liest Google zudem, wenn ein Skript oder ein Widget des Redaktionssystems den Block erst nachträglich in die Seite einfügt.
Google stützt den überwiegenden Teil seiner strukturierten Daten auf das Vokabular von Schema.org, erklärt für das Verhalten der Google-Suche jedoch die eigene Dokumentation für maßgeblich. Dort unterscheidet Google für jede Funktion zwischen erforderlichen, empfohlenen und optionalen Eigenschaften, und erst mit allen erforderlichen Angaben kommt eine Seite für ein Rich Snippet oder eine andere erweiterte Darstellung in Frage. Schema.org enthält nach Googles Hinweis darüber hinaus Eigenschaften und Objekte, die für die Google-Suche entbehrlich sind und für andere Suchmaschinen und Dienste von Nutzen sein können. Die Eigenschaft sameAs und weitere Angaben aus dem Vokabular kann Google nach eigener Aussage zusätzlich allgemein nutzen.
Die Galerie der unterstützten Funktionen führt unter anderem Rezepte, Produkte und Veranstaltungen auf. Angaben zu einem lokalen Unternehmen wie Öffnungszeiten und Bewertungen oder das Logo einer Organisation können laut Google zudem im Knowledge Panel erscheinen. Eine Anzeige garantiert Google selbst bei fehlerfreier Auszeichnung ausdrücklich nicht und lässt ausschließlich Angaben zu, die Besucher auf der Seite auch sehen. Für die Auswahl rät Google zu einem möglichst genau passenden Typ samt passenden Eigenschaften aus Schema.org.
Jeder Begriff hat auf schema.org eine eigene Seite unter seinem Namen wie schema.org/LocalBusiness, die alle Eigenschaften samt erwarteten Werttypen und die übergeordneten Typen auflistet. Ergänzend nennt die Seite in Größenklassen die Zahl der Domains, auf denen der Begriff nach Googles Webindex vorkommt, bei LocalBusiness im August 2026 zwischen einer und zehn Millionen. Begriffe aus dem Bereich „pending“ befinden sich noch in der Abstimmung und können sich laut Projekt noch deutlich ändern, weshalb Sie sie am besten nur mit Vorsicht einsetzen. Ausgemusterte Begriffe wandern in den Bereich „attic“, von dessen Verwendung das Projekt ausdrücklich abrät.
Zum Prüfen verlinkt Schema.org einen eigenen Validator unter validator.schema.org, der die erkannten Typen und Eigenschaften einer Seite anzeigt. Ob eine Seite die Anforderungen der Google-Suche erfüllt, zeigt dagegen der Test für Rich-Suchergebnisse, den Google während der Entwicklung empfiehlt. Nach der Veröffentlichung überwachen die Statusberichte in der Search Console die Gültigkeit, weil Vorlagen oder Fehler bei der Auslieferung eine Auszeichnung laut Google nachträglich beschädigen können. Bewährt hat sich deshalb, beide Prüfungen nach jeder Änderung an den Vorlagen zu wiederholen, damit der Einsatz strukturierter Daten auf Ihrer Website verlässlich bleibt.