Seit KI-Antworten über den klassischen Suchergebnissen stehen, begleitet Website-Betreiber die Frage, ob ihre Inhalte dort überhaupt auftauchen. Die Search Console schwieg dazu bislang, denn Impressionen aus KI-Funktionen gingen in den Gesamtwerten des Leistungsberichts auf und ließen sich daraus kaum herauslösen. Im Juni 2026 hat Google begonnen, diese Vermischung aufzulösen.
Am 3. Juni 2026 stellte das Unternehmen die sogenannten Search Generative AI performance reports vor, einen eigenen Bereich in der Google Search Console, der die Sichtbarkeit in KI-Funktionen getrennt ausweist. Der Rollout begann mit ausgewählten Websites in Großbritannien und erreichte im Juli 2026 die ersten deutschen Konten. Im August 2026 dauert die Verteilung weiterhin an, weshalb ein Teil der Website-Betreiber den Bericht noch erwartet.
Diese Zahlen liefert der Bericht
Der neue Bereich steht als eigener Punkt neben dem gewohnten Leistungsbericht und folgt dessen Aufbau, sodass die Bedienung vertraut wirkt. Nach Angaben von Google erfasst er drei Oberflächen, nämlich die zusammengefassten Übersichten in den Suchergebnissen, den dialogischen AI Mode sowie die KI-Funktionen in Google Discover. Damit lässt sich erstmals unterscheiden, welcher Teil der Sichtbarkeit aus KI-Antworten stammt und welcher aus der klassischen Trefferliste.
Im Mittelpunkt steht die Impression, also die Zahl der Fälle, in denen eine URL innerhalb einer KI-Funktion erschienen ist. Diese Impressionen lassen sich nach denselben Achsen aufschlüsseln, die auch der Leistungsbericht anbietet, sodass Auswertungen nach einzelnen Seiten, nach Ländern, nach Gerätetypen und über die Zeit möglich sind. Für die Zeitreihe stehen laut Google mehrere Auflösungen zwischen stündlich und monatlich bereit.
Ein Detail verdient dabei Beachtung, denn die Datenreihe setzt am 18. Mai 2026 ein und bleibt bewusst auf diesen Zeitraum begrenzt. Ältere Zeiträume bleiben außen vor, sodass Vergleiche mit dem Vorjahreswert für dieses Segment erst im Laufe des Jahres 2027 möglich werden.
Die Grenzen der Daten
Drei Angaben behält Google in der aktuellen Fassung zurück, und alle drei betreffen genau jene Fragen, die im Alltag zuerst gestellt werden. Der Bericht weist ausschließlich Impressionen aus, weshalb die Klickrate für KI-Funktionen unbekannt bleibt und sich der tatsächliche Zulauf aus einer KI-Antwort weiterhin nur schätzen lässt. Ein Google-Sprecher verwies gegenüber Search Engine Land darauf, dass weiterhin geprüft werde, welche Erkenntnisse für Websites am nützlichsten seien, sodass zusätzliche Kennzahlen möglich bleiben, ohne bislang zugesagt zu sein.
Ebenso verborgen bleibt die Suchanfrage, die zu einer Impression geführt hat. Gerade im AI Mode, wo Menschen in ganzen Sätzen formulieren und mit Rückfragen weiterarbeiten, wäre diese Information besonders aufschlussreich, weil sich daraus die tatsächliche Sprache der Zielgruppe ablesen ließe. Auch die Position fehlt, denn eine KI-Antwort nennt ihre Quellen als kleine Verweise, teils eingeklappt und teils als Liste am Rand, und wie prominent eine Nennung dabei ausfällt, bleibt im Bericht offen.
Unser Tipp
Betrachten Sie den Bericht als Anwesenheitsliste statt als Erfolgsmessung. Er beantwortet zuverlässig, ob und welche Ihrer Seiten in KI-Antworten auftauchen, während sich der geschäftliche Wert dieser Sichtbarkeit weiterhin an den Kennzahlen zeigt, die wirklich zählen.
Verfügbarkeit in Deutschland
Google verteilt den Bericht in Etappen und hat ihn nach dem Start in Großbritannien Anfang Juni 2026 im Juli auf erste Websites in Deutschland ausgeweitet, wobei die Verteilung im August 2026 weiter andauert. Berichten aus der Branche zufolge erhalten zunächst Websites mit ausreichender Datengrundlage Zugriff, sodass kleinere Projekte sich länger gedulden.
Für die Praxis heißt das vor allem, dass ein fehlender Menüpunkt derzeit ohne Aussage über die eigene Sichtbarkeit in KI-Antworten bleibt. Sinnvoll ist ein Blick alle paar Wochen, verbunden mit der Gewissheit, dass die Datenreihe ohnehin erst ab Mitte Mai 2026 einsetzt und ein früherer Zugang somit wenig zusätzliche Erkenntnis gebracht hätte.
Die Zahlen richtig deuten
Sobald der Bericht bereitsteht, empfiehlt sich zunächst ein Vergleich mit dem gewohnten Leistungsbericht, weil erst aus beiden Quellen ein Verhältnis entsteht. Dieses Verhältnis zwischen Impressionen in KI-Funktionen und Impressionen in der klassischen Trefferliste fällt je nach Thema deutlich unterschiedlich aus. Erklärungsbedürftige Fragen landen häufiger in einer KI-Antwort, während Marken- und Produktsuchen überwiegend in der Trefferliste verbleiben.
Aufschlussreich ist außerdem der Blick auf die Seitenebene, weil sich dort Muster zeigen. Erscheinen vor allem Grundlagenbeiträge und Erklärstücke, dann arbeitet deren Aufbau offenbar gut für KI-Systeme, was sich meist auf klare Definitionen, früh beantwortete Fragen und belegte Zahlen zurückführen lässt. Genau diese Merkmale beschreibt der Beitrag zu GEO und AEO ausführlich.
Bei der Bewertung hilft allerdings Zurückhaltung, denn Impressionen in KI-Antworten sagen etwas über Auffindbarkeit aus, während der geschäftliche Nutzen an anderer Stelle entsteht. Die Verschiebung hin zur Zero-Click-Suche führt dazu, dass ein Teil dieser Sichtbarkeit ohne Besuch endet und die verbleibenden Besucher dafür gezielter kommen. Wie beide Oberflächen dabei zusammenspielen, ordnet AI Overviews und AI Mode ein.
Der Schalter gegen KI-Antworten
Zusammen mit dem Bericht hat Google eine zweite Neuerung eingeführt, nämlich eine Einstellung, mit der Websites ihre Inhalte aus AI Overviews, AI Mode und weiteren generativen Funktionen heraushalten können. Blockierte Seiten bleiben aus diesen Funktionen dann heraus, während die Platzierung in den regulären Suchergebnissen laut Google unberührt bleibt.
Diese Trennung stellt den eigentlichen Fortschritt dar, weil die bisherigen Wege zum Ausschluss deutlich gröber wirkten. Ein Noindex nimmt eine Seite vollständig aus dem Index, und Anweisungen über den X-Robots-Tag greifen ebenfalls weiter als allein in KI-Funktionen, sodass die Sichtbarkeit insgesamt darunter litt. Die neue Einstellung setzt gezielter an und lässt die organische Platzierung bestehen.
Für die Entscheidung selbst bleibt eine allgemeine Empfehlung schwierig, weil die Interessenlagen auseinandergehen. Nachrichtenangebote und Fachverlage, deren Inhalte in einer Zusammenfassung aufgehen, wägen anders ab als Dienstleister, für die eine Nennung in einer KI-Antwort einen zusätzlichen Berührungspunkt mit möglichen Kunden darstellt. Hinzu kommen urheberrechtliche und presserechtliche Fragen, deren Bewertung in die Hände einer rechtlichen Beratung gehört, die den konkreten Fall kennt.
Vorgehen für Ihre Website
Vier Schritte machen aus dem Bericht einen nützlichen Bestandteil der laufenden Arbeit, ohne dass daraus ein zusätzliches Ritual entsteht.
- Prüfen Sie den Zugriff und halten Sie einen Ausgangswert fest, sobald der Bereich erscheint, also die Impressionen insgesamt sowie die zehn stärksten Seiten.
- Bilden Sie das Verhältnis zum Leistungsbericht und schreiben Sie es quartalsweise fort, anstatt auf Schwankungen einzelner Wochen zu reagieren.
- Werten Sie die Muster auf Seitenebene aus und halten Sie fest, welche Beitragsarten dort erscheinen und welche Merkmale diese Beiträge teilen.
- Entscheiden Sie die Frage nach dem Ausschluss bewusst und dokumentieren Sie diese Entscheidung samt ihrer Begründung für spätere Diskussionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Google führt seit dem 3. Juni 2026 einen eigenen Search-Console-Bericht für KI-Funktionen ein.
- Erfasst werden AI Overviews, der AI Mode und die KI-Funktionen in Google Discover.
- Ausgewiesen sind Impressionen, aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeitraum.
- Klicks, Suchanfragen und Positionen hält Google in der aktuellen Fassung zurück.
- Die Datenreihe beginnt am 18. Mai 2026, ältere Zeiträume bleiben außen vor.
- In Deutschland läuft der Rollout seit Juli 2026 und dauert im August weiter an.
- Eine neue Einstellung hält Inhalte aus KI-Funktionen heraus und lässt die organische Platzierung bestehen.
Fazit
Der Bericht schließt eine Lücke, die zwei Jahre lang offenstand, denn die Sichtbarkeit in KI-Antworten verlässt damit den Bereich der Vermutung und wird zur nachvollziehbaren Zahl. Gleichzeitig bleibt diese Zahl vorerst grob, weil Klicks, Suchanfragen und Position weiterhin fehlen. Für die Praxis ergibt sich daraus eine nüchterne Erwartung, denn der Bericht weist Anwesenheit nach, während die Bewertung dieser Anwesenheit Aufgabe der eigenen Kennzahlen bleibt.
Am grundsätzlichen Vorgehen ändert sich dadurch wenig, weil Inhalte mit eindeutigen, belegbaren und eigenständigen Aussagen weiterhin am ehesten als Quelle einer KI-Antwort erscheinen. Der Bericht liefert dafür nun die nachträgliche Bestätigung und macht sichtbar, welche Beiträge diese Rolle bereits übernehmen. Weitere Beiträge dazu sammelt die Übersicht zu künstlicher Intelligenz.
Stand dieses Beitrags: 17. August 2026. Funktionsumfang, Kennzahlen und Verfügbarkeit der Search-Console-Berichte befinden sich im laufenden Rollout und können sich ändern; maßgeblich sind allein die offiziellen Angaben von Google. Die Ausführungen zum Ausschluss von Inhalten aus KI-Funktionen dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Angaben ohne Gewähr.