Ein professionelles Konto ist die Kontoart für geschäftliche Auftritte auf Instagram und entsteht durch eine Umstellung in den Einstellungen eines bestehenden Kontos. Möchten Sie Ihr privates Profil davon getrennt halten, legen Sie am besten zuerst ein eigenes Konto für das Unternehmen an und stellen dieses um, zumal die App bis zu zehn gleichzeitig angemeldete Konten verwaltet. Nach der Umstellung stehen Ihnen unter anderem ein Kontakt-Button im Profil, das Professional-Dashboard mit Statistiken und die Werkzeuge für bezahlte Werbeanzeigen zur Verfügung, sodass Kunden Sie direkt aus dem Profil heraus erreichen.
Ähnlich wie das Google-Unternehmensprofil enthält das Instagram-Profil die Angaben, über die Kunden Sie erreichen, also Telefonnummer, E-Mail-Adresse und die Anschrift Ihres Geschäfts. Anders als der Eintrag bei Google lebt es allerdings von den Beiträgen, die Sie selbst regelmäßig veröffentlichen, und von der Frage, wem Instagram diese Beiträge zeigt. Welche Beiträge Instagram über Ihre Follower hinaus weiteren Nutzern empfiehlt, regeln die Richtlinien für Empfehlungen, und ob Ihr Konto diese erfüllt, zeigt bei einem professionellen Konto der Kontostatus.
Unternehmenskonto oder Creator-Konto wählen
Professionelle Konten gibt es in zwei Ausführungen, nämlich als Unternehmenskonto und als Creator-Konto, die jeweils eigene Werkzeuge für den Auftritt auf Instagram mitbringen. Das Unternehmenskonto empfiehlt Instagram für Händler, lokale Unternehmen, Marken und Dienstleister sowie das Creator-Konto für Personen des öffentlichen Lebens und Influencer. Für eine Werkstatt, eine Praxis oder einen Onlineshop fällt die Wahl damit auf das Unternehmenskonto mit den Business-Tools für häufig gestellte Fragen und Werbeanzeigen im Dashboard.
Mit der Umstellung wird das Konto öffentlich, weil sich professionelle Konten grundsätzlich nicht auf „privat“ stellen lassen. War Ihr Konto bisher privat, nimmt Instagram dabei alle offenen Follower-Anfragen automatisch an. Sobald Sie eine Facebook-Seite verknüpft haben, teilen Sie Instagram-Beiträge auf Facebook ausschließlich über diese Seite und nicht mehr über ein persönliches Facebook-Profil.
Die Entscheidung bleibt umkehrbar, denn die Kontoart lässt sich jederzeit ändern, sowohl zwischen Unternehmens- und Creator-Konto als auch zurück zum persönlichen Konto. Beim Wechsel zum persönlichen Konto entfallen die Werbeanzeigen und möglicherweise einzelne Werkzeuge, zudem trennt Instagram dabei alle verknüpften Facebook-Seiten von Ihrem Konto. Am besten wählen Sie die Kontoart daher einmal mit Bedacht und behalten sie anschließend bei, damit die Verknüpfungen mit Facebook dauerhaft bestehen bleiben.
Das professionelle Instagram-Konto einrichten
Die Umstellung erfolgt in der Instagram-App oder im Browser auf instagram.com, wo Sie den Punkt „Kontoart und Tools“ über „Mehr“ und anschließend die Einstellungen erreichen. In der App sehen die Schritte so aus:
- Das eigene Profil öffnen und oben rechts auf „Mehr“ tippen
- Unter „Für Profis“ den Punkt „Kontoart und Tools“ wählen
- „Zu professionellem Konto wechseln“ antippen und eine Kategorie auswählen
- Erneut „Zu professionellem Konto wechseln“ antippen, „Unternehmen“ wählen und mit „Weiter“ bestätigen
Die Kategorie beschreibt die Tätigkeit Ihres Unternehmens und erscheint später direkt unter dem Profilbild, sofern Sie sie nicht ausblenden. Auf die Kontoart hat sie keinen Einfluss, weshalb Sie am besten jene Kategorie mit dem genauesten Bezug zu Ihrem Kerngeschäft wählen. Nach dem Wechsel erscheint in Ihrem Profil das Professional-Dashboard, über das Sie Insights einsehen, Anzeigen erstellen und prüfen, welche weiteren Werkzeuge Ihrem Konto offenstehen.
Im Anschluss fragt Instagram die Kontaktdaten Ihres Unternehmens ab, die später im Kontakt-Button erscheinen, und bietet die Verknüpfung mit einer bereits bestehenden Facebook-Seite Ihres Unternehmens an. Beide Schritte lassen sich überspringen und später nachholen, doch empfiehlt Instagram die Verknüpfung für die volle Nutzung der Business-Tools wegen des einfacheren Teilens auf Facebook sowie der Werbung und der Shopping-Funktionen. Unter „Profil bearbeiten“ legen Sie danach im Bereich „Öffentlich sichtbare Unternehmensdetails“ fest, ob Kategorie und Kontaktdaten in Ihrem Profil für alle Besucher sichtbar erscheinen.
Das Instagram-Profil für Ihr Unternehmen vervollständigen
Den ersten Eindruck vermittelt das Profil mit Name, Profilbild, Bio und Links. Für die Bio stehen 150 Zeichen zur Verfügung, die am besten in einem Satz Ihr Angebot und Ihre Kundschaft benennen und bei regionaler Kundschaft auch den Ort. Bis zu fünf Websites nehmen Sie unter „Profil bearbeiten“ und „Links“ auf, wo sich auch ihre Reihenfolge jederzeit ändern lässt.
Jeder dieser Links führt am besten auf eine zum Anlass passende Seite wie das aktuelle Angebot, das Terminformular oder die Speisekarte. Hängen Sie an diese Adressen UTM-Parameter an, weist Ihre Webanalyse die Besuche aus Instagram gesondert von den übrigen Zugriffen aus. Ob aus einem solchen Besuch eine Anfrage wird, entscheidet anschließend die Zielseite, weshalb sich für wichtige Aktionen eigene Landingpages bewährt haben.
Der Kontakt-Button oben im Profil enthält die Angaben, die Sie dafür freigeben, also Telefonnummer, E-Mail-Adresse und eine Anschrift für die Wegbeschreibung zu Ihrem Geschäft. Für Unternehmenskonten führt Instagram außerdem nach und nach Action-Buttons ein, die mit dem Konto bei einem Partnerdienst verbunden werden oder ein Formular für Kontaktanfragen direkt im Profil öffnen. Je Profil ist ein solcher Button möglich, und wegen der bislang begrenzten Zahl an Partnern setzt die Auswahl ein bestehendes Konto bei einem der angebotenen Dienste voraus.
Für ein geschäftlich genutztes Profil gilt zudem die Impressumspflicht nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), nach der die Anbieterangaben leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein müssen. Das Oberlandesgericht Hamburg hat am 21. Mai 2026 entschieden, dass dafür ein deutlich erkennbarer Link in der Bio genügt, der zur Unternehmenswebsite und von dort zum Impressum führt (Az. 15 U 99/24). Am besten bleibt dieser Link deshalb dauerhaft in der Bio stehen, auch wenn die übrigen Links mit Aktionen und Angeboten wechseln.
Funktionen des professionellen Kontos im Alltag
Im Professional-Dashboard finden Sie Statistiken, Werkzeuge und von Instagram zusammengestellte Hilfen an einer Stelle. Sie erreichen es über Ihr Profil oder unter „Mehr“ im Bereich „Für Profis“, wo eine Zusammenfassung der letzten 30 Tage erscheint und „Alle Insights ansehen“ zu den ausführlichen Zahlen führt. In diesen Insights sehen Sie für jeden gewählten Zeitraum die Zahl der erreichten Konten und der Interaktionen mit Ihren Inhalten sowie die Zeiten, zu denen Ihre Follower online sind. Die Auswertung umfasst jeden Zeitraum innerhalb der letzten 90 Tage für einzelne Beiträge oder für das gesamte Konto, während Angaben zur Zusammensetzung der Zielgruppe erst ab mehr als 100 erreichten Konten erscheinen. Da Instagram einige Kennzahlen nach eigenem Hinweis schätzt, eignen sie sich eher für den Vergleich Ihrer Beiträge untereinander als für absolute Aussagen.
Aufschlussreich ist die Zuordnung, die Instagram zwischen einzelnen Beiträgen und der Entwicklung Ihrer Follower-Zahl herstellt. Daran erkennen Sie, welche Inhalte Ihr Publikum tatsächlich vergrößern, und damit eine der Kennzahlen, auf die es wirklich ankommt. Die Uhrzeiten, zu denen Ihre Follower aktiv sind, geben zugleich einen Anhaltspunkt für den Zeitpunkt Ihrer nächsten Veröffentlichung.
Beiträge und Reels lassen sich in der App bis zu 30 Tage im Voraus planen, wobei Instagram bis zu 25 geplante Veröffentlichungen an einem einzigen Tag zulässt. Dazu tippen Sie vor dem Teilen auf „Weitere Optionen“, aktivieren „Diesen Beitrag planen“ und wählen Datum und Uhrzeit. Geplante Inhalte finden Sie anschließend im Profilmenü unter „Geplanter Content“ zum Bearbeiten, Verschieben oder sofortigen Teilen, wobei Collab-Beiträge, Produktmarkierungen und Anzeigen derzeit ausgenommen sind.
Für Nachrichten erhält ein professionelles Konto ein Postfach mit den Ordnern „Hauptordner“, „Allgemeines“ und „Anfragen“ und einer Sortierung nach Eingangsdatum. Bewährt hat sich, Kundenanfragen in den Hauptordner zu verschieben und das Postfach zu festen Zeiten am Tag in Ruhe durchzusehen, damit jede Nachricht zeitnah eine Antwort erhält. In der Liste Ihrer Follower prüfen Sie außerdem mögliche Spam-Anfragen und entfernen mutmaßliche Bot-Konten.
Suchmaschinen wie Google und Microsoft Bing dürfen Fotos und Videos aus öffentlichen Beiträgen, Reels und Story-Highlights professioneller Konten von volljährigen Personen indexieren. Ihre Inhalte können damit auch in der Websuche erscheinen, und die Häufigkeit zeigt Ihnen die Plattform-Property in der Search Console. Möchten Sie diese Sichtbarkeit abschalten, finden Sie die passende Einstellung in den Privatsphäre-Einstellungen Ihres Kontos.
Mehr Reichweite auf Instagram gewinnen
Für jeden Bereich der App, vom Feed über Stories und Explore bis zu Reels und Suche, setzt Instagram eigene Ranking-Verfahren ein, die sich an der jeweiligen Nutzung ausrichten. Im Feed achtet das System nach Angaben von Instagram-Chef Adam Mosseri vor allem auf die Wahrscheinlichkeit für das Verweilen bei einem Beitrag, für Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben, für das Teilen und für das Antippen des Profils. Bei Reels stehen das Weiterleiten und das vollständige Ansehen sowie „Gefällt mir“-Angaben und der Aufruf der Audioseite im Vordergrund.
Beiträge, die Menschen weiterleiten, speichern oder bis zum Ende ansehen, stuft Instagram nach dieser Logik höher ein als Inhalte ohne solche Reaktionen. Empfehlenswert sind deshalb Inhalte mit der Antwort auf eine konkrete Frage Ihrer Kundschaft oder mit einem gezeigten Arbeitsschritt, weil sie einen Anlass zum Speichern und Weiterleiten bieten. Solche Reels entstehen mit dem Smartphone nach demselben Muster wie YouTube Shorts für Unternehmen und beginnen mit der Antwort statt mit dem Firmennamen.
Ein besonderes Gewicht legt Instagram auf Originalinhalte, also auf Fotos und Videos, die Sie selbst erstellt haben. Reels mit Wasserzeichen, Rahmen, stummgeschaltetem Ton oder überwiegend Text sowie bereits auf Instagram veröffentlichte Reels zeigt die Plattform nach eigenen Angaben seltener. Inhalte anderer Konten teilen Sie am besten als Repost oder in Ihrer Story, weil die ursprünglichen Urheber auf diese Weise Anerkennung und Reichweite erhalten.
Hashtags ordnen einen Beitrag einem Thema zu und bringen öffentliche Beiträge auf die zugehörige Hashtag-Seite, wobei Instagram je Beitrag höchstens fünf zulässt. Mit einem Collab-Beitrag veröffentlichen Sie einen Beitrag gemeinsam mit bis zu fünf weiteren Konten, deren Benutzernamen nach Annahme der Einladung am Beitrag stehen. Jedes eingeladene Konto kann sich jederzeit wieder als Mitwirkender entfernen, während das Löschen des Beitrags allein dem ursprünglichen Ersteller vorbehalten bleibt.
Neue Themen oder Formate lassen sich mit Test-Reels eines professionellen Kontos ausprobieren, die Instagram zunächst einem neuen Publikum statt Ihren Followern zeigt. Innerhalb von 24 Stunden stehen erste Zahlen zu Aufrufen, Kommentaren und Weiterleitungen bereit, und bei einem überzeugenden Ergebnis teilen Sie das Reel mit allen für die Anzeige im Profil und bei Ihren Followern. Alternativ übernimmt Instagram diese Freigabe automatisch, sobald ein Test-Reel in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung häufig abgespielt wurde.
Unser Tipp
Empfehlenswert ist ein gemeinsames Reel mit einem Partnerbetrieb, mit dem Ihr Unternehmen an einem Projekt wie einem Umbau oder einer Veranstaltung beteiligt ist. Als Collab-Beitrag veröffentlicht, erscheint das Reel nach Annahme der Einladung auch im Profil des Partners und bei dessen Followern, sodass Ihr Unternehmen zusätzlich das Publikum des Partners erreicht und dort neue Follower gewinnen kann.
Fazit
Ein professionelles Konto richten Sie in der Instagram-App über „Kontoart und Tools“ mit der Wahl des Unternehmenskontos und einer Kategorie ein und ergänzen danach die Kontaktdaten sowie auf Wunsch die Verknüpfung mit einer Facebook-Seite. Das Konto ist danach öffentlich und bietet neben dem Kontakt-Button das Professional-Dashboard mit Insights sowie die Planung von Beiträgen und Werbeanzeigen. Eine Bio mit bis zu 150 Zeichen, bis zu fünf Links und ein über die Bio erreichbares Impressum vervollständigen den Auftritt.
Für die Reichweite zählen nach Instagrams eigenen Angaben vor allem angesehene, weitergeleitete und gespeicherte Inhalte mit Vorrang für selbst erstellte Beiträge gegenüber übernommenen. Test-Reels und Collab-Beiträge sowie bis zu fünf Hashtags erweitern den Kreis Ihres Publikums, und der Kontostatus zeigt die Eignung Ihres Kontos für Empfehlungen.
Die Angaben geben den Stand vom 30. September 2026 wieder. Grundlage sind der Instagram-Hilfebereich zu professionellen Konten, zu Insights, Dashboards, geplanten Beiträgen, Hashtags, Originalinhalten, Collab-Beiträgen, Test-Reels, Empfehlungen und zur Indexierung durch Suchmaschinen, der Beitrag „Instagram Ranking Explained“ von Adam Mosseri im Instagram-Blog sowie § 5 DDG und das Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vom 21. Mai 2026. Da Instagram seine Funktionen laufend anpasst, können sich einzelne Angaben mit kommenden Aktualisierungen verschieben.