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SEO-freundliche URLs: Aufbau, Bindestriche und Umlaute

Eine SEO-freundliche URL beschreibt den Inhalt einer Seite mit lesbaren Wörtern und folgt festen Regeln für Trennzeichen, Umlaute sowie Groß- und Kleinschreibung. Im Oktober 2026 hat Google seine Empfehlungen zur URL-Struktur überarbeitet und genauer begründet, warum Bindestriche die Wörter einer Adresse trennen sollten.

An einem silbernen Pfosten auf einer hellen Dachterrasse zeigen drei dunkle Schilder mit Pfeilen zur Startseite, zum Blog und zum SEO-Guide, im Hintergrund ragen Hochhäuser in den hellen Himmel.

Illustration: KI-generiert

Eine URL besteht nach der Entwicklerdokumentation von Mozilla aus mehreren Teilen, von denen jeder eine eigene Aufgabe erfüllt. Das Schema wie https bestimmt das Protokoll, die Domain benennt den angefragten Webserver, und der Pfad bezeichnet die einzelne Ressource auf diesem Server. Nach einem Fragezeichen können Parameter folgen, die als Paare aus Schlüssel und Wert zusätzliche Angaben übermitteln. Den Abschluss kann ein Fragment nach dem Zeichen # bilden, das auf eine Stelle innerhalb der Seite verweist. Die Empfehlungen von Google betreffen vor allem Pfad und Parameter, da Sie beide selbst gestalten und damit über die Lesbarkeit und Eindeutigkeit Ihrer Adressen entscheiden.

Teile der URL kann Google in den Suchergebnissen als Breadcrumbs anzeigen, also als Pfadangabe zur Einordnung Ihres Eintrags, und leitet diese Angabe nach eigener Darstellung automatisch aus den Wörtern der Adresse ab. Auf die Platzierung haben Wörter in Domain oder Pfad laut Google dagegen kaum eine Wirkung, die über diese Anzeige hinausgeht. Eine sorgfältig gebaute Adresse nützt deshalb vor allem der Orientierung der Suchenden und einem sauberen Crawling, bei dem jeder Inhalt unter genau einer Adresse erreichbar ist. Bewährt hat sich, die Struktur vor dem Start einer Website festzulegen, weil jede spätere Änderung an veröffentlichten Seiten Weiterleitungen erfordert.

SEO-freundliche URLs aus lesbaren Wörtern aufbauen

Google empfiehlt, in Adressen Wörter statt langer Kennnummern zu verwenden, da zufällige Zeichenfolgen Nutzerinnen und Nutzern wenig über den Inhalt einer Seite verraten. Der SEO-Leitfaden von Google nennt als Beispiel eine Adresse wie /pets/cats.html, deren Wörter für die Suchenden hilfreich sein können. Mozilla spricht in diesem Zusammenhang von semantischen URLs, deren Wörter auch ohne technisches Vorwissen verständlich sind und zeigen, wo sich Besucherinnen und Besucher auf einer Website befinden. Für eine deutschsprachige Zielgruppe gehören nach Googles Empfehlung deutsche Wörter in die Adresse, wofür die Dokumentation das Beispiel example.com/lebensmittel/pfefferminz anführt.

Verzeichnisse im Pfad fassen thematisch verwandte Seiten zusammen, etwa alle Ratgeber unter /ratgeber/ oder die Produkte einer Kategorie in einem gemeinsamen Ordner. Laut Google kommt diese Gliederung vor allem Websites mit mehr als einigen tausend Adressen zugute. Google kann dann lernen, wie oft sich die Inhalte eines Verzeichnisses ändern, und crawlt diese in passenden Abständen. Bei einer kleineren Website richten sich die Ordner deshalb in erster Linie nach der Orientierung Ihrer Besucherinnen und Besucher. Für Angebote in mehreren Ländern nennt Google eine Domain mit Länderendung wie example.de oder ein Länderverzeichnis wie example.com/de/, und beide Formen kommen auch für die Ansprache von Kundschaft in Österreich und der Schweiz infrage.

Bindestriche statt Unterstriche: Googles präzisierte Empfehlung

Im Oktober 2026 hat Google seine Hinweise zur URL-Struktur um eine genauere Erklärung zur Trennung von Wörtern ergänzt. Danach sollen Wörter in Adressen nach Möglichkeit getrennt werden, und zwar mit Bindestrichen statt mit Unterstrichen, weil Menschen und Suchmaschinen die einzelnen Begriffe so besser erkennen. Unterstriche verbinden laut Google in vielen Programmiersprachen Bestandteile, die zusammengehören, etwa im Funktionsnamen format_date, während ein Bindestrich eindeutig eine Wortgrenze markiert. Die Empfehlung gilt nach Googles Beispiel example.com/summer-clothing/filter?color-profile=dark-grey auch für die Namen und Werte von Parametern.

In WordPress entsteht die Adresse eines Beitrags aus seinem Titel, wobei die zuständige Funktion Leerzeichen durch Bindestriche ersetzt und alle Buchstaben kleinschreibt. Unterstriche im Titel lässt dieselbe Funktion allerdings stehen, sodass Sie die erzeugte Adresse vor der Veröffentlichung am besten in den Einstellungen des Beitrags kontrollieren. Liegen bestehende Adressen mit Unterstrichen vor, wägen Sie eine Umstellung sorgfältig ab, da jede geänderte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung braucht und Google bei Umzügen mit vorübergehenden Schwankungen der Platzierungen rechnet.

Umlaute, ß und Großbuchstaben in der URL

Für Wörter mit Umlauten lässt Google neben den Wörtern in der Sprache Ihrer Zielgruppe ausdrücklich auch transliterierte Formen zu, also Umschreibungen, bei denen etwa aus gemüse die Form gemuese wird. Verwenden Sie die Umlaute selbst, gehören sie in den Links Ihrer Seiten in Prozentkodierung, bei der ein Zeichen außerhalb des einfachen ASCII-Zeichensatzes durch eine Folge aus Prozentzeichen, Ziffern und Buchstaben ersetzt wird. Aus gemüse wird so gem%C3%BCse, wie Google in seiner Dokumentation zeigt, während unreservierte ASCII-Zeichen unkodiert bleiben dürfen.

Bei deutscher Spracheinstellung nimmt WordPress Ihnen diese Entscheidung ab, da es beim Bilden der Adresse aus dem Titel ä, ö und ü in ae, oe und ue sowie ß in ss umwandelt. Diese Umwandlung gilt laut der Entwicklerreferenz von WordPress für alle deutschen Sprachfassungen einschließlich der Varianten für Österreich und die Schweiz und seit Version 7.0 auch für das große ẞ. In anderen Sprachfassungen wird aus dem ß dagegen ein einfaches s, weshalb sich vor dem Anlegen der ersten Beiträge eine Kontrolle der Sprache unter Einstellungen › Allgemein empfiehlt.

Groß- und Kleinschreibung unterscheidet Google wie jeder HTTP-Client, der dem Internetstandard IETF STD 66 folgt, sodass /APPLE und /apple als zwei Adressen mit jeweils eigenem Inhalt gelten. Behandelt Ihr Webserver beide Schreibweisen gleich, empfiehlt Google, alle Adressen in eine einheitliche Schreibweise zu überführen, damit erkennbar bleibt, dass sie dieselbe Seite meinen. Andernfalls steht ein Inhalt unter mehreren Adressen, was Google als Duplicate Content bezeichnet und wofür es selbst eine maßgebliche Fassung auswählt. Durchgehende Kleinschreibung erfüllt diese Empfehlung und entspricht zugleich den Adressen, die WordPress aus Ihren Titeln erzeugt.

Parameter, Filter und Sitzungskennungen begrenzen

Bei Parametern steht nach Googles Empfehlung ein Gleichheitszeichen zwischen Schlüssel und Wert, und weitere Parameter werden mit dem Zeichen & angehängt, wie in category=dresses&sort=low-to-high. Mehrere Werte für denselben Schlüssel dürfen dabei durch Kommas getrennt werden. Kürzen Sie Adressen außerdem um alle Parameter, die den Inhalt der Seite unverändert lassen, da jede zusätzliche Variante eine weitere Adresse für denselben Inhalt erzeugt. Als Beispiele nennt Google Parameter zur Herkunft eines Klicks wie click= oder referrerid= sowie Sitzungskennungen, für die sich Cookies anstelle der Adresse eignen.

Kombinierbare Filter vervielfachen die Zahl der Adressen, da jede Auswahl eine eigene Kombination bildet, etwa bei Hotels am Strand mit Fitnessraum, die Google als Beispiel anführt. Für das Crawling genügen nach Googles Angaben wenige Listenansichten, über die der Googlebot jeden einzelnen Eintrag erreicht. Dynamische Adressen wie interne Suchergebnisse, endlose Kalender sowie Sortier- und Filterfunktionen sperren Sie deshalb am besten in der robots.txt. Links zu automatisch erzeugten Kalenderseiten der Zukunft versehen Sie nach Googles Empfehlung zusätzlich mit nofollow.

Inhalte, die sich je nach Fragment hinter dem Zeichen # ändern, unterstützt die Google-Suche im Allgemeinen nicht, zumal der Browser das Fragment laut Mozilla nie an den Server übermittelt. Für Inhalte, die per JavaScript wechseln, empfiehlt Google stattdessen die History API, mit der jede Ansicht eine eigene Adresse erhält. Interne Links beginnen am besten mit einem Schrägstrich und damit am Hauptverzeichnis der Domain, weil relative Verweise auf übergeordnete Ordner an der falschen Stelle endlose Adressräume erzeugen können. Dazu kommt es nach Googles Beschreibung, sobald der Server für nicht vorhandene Seiten keinen passenden HTTP-Statuscode zurückgibt.

URL-Struktur in WordPress festlegen und Adressen weiterleiten

In WordPress legen Sie die Form der Adressen unter Einstellungen › Permalinks fest. Dort stehen neben einer einfachen Form mit Nummer und mehreren Formen mit Datum auch die Einstellung „Beitragsname“ und eine individuelle Struktur zur Wahl. Mit „Beitragsname“ besteht die Adresse eines Beitrags allein aus der Domain und seinem Titel, sodass sie kein Datum enthält. Die Dokumentation von WordPress beschreibt Permalinks als dauerhafte Adressen, die sich nie ändern sollen, weshalb diese Einstellung idealerweise vor der Veröffentlichung der ersten Beiträge feststeht. Nach dem Speichern meldet WordPress, ob es die nötigen Regeln selbst in die Datei .htaccess schreiben konnte oder ob Sie die angezeigten Zeilen von Hand übertragen müssen.

Ändert sich die Adresse einer veröffentlichten Seite, empfiehlt Google eine dauerhafte Weiterleitung auf dem Server mit dem Statuscode 301 oder 308, die Google als Hinweis wertet, dass die neue Adresse die maßgebliche ist. Weiterleitungen mit 302, 303 oder 307 gelten dagegen als vorübergehend und eignen sich für kurzfristige Situationen, etwa wenn ein Dienst zeitweise nicht erreichbar ist. Bei einem einzelnen Beitrag mit geänderter Adresse übernimmt WordPress diese Aufgabe laut seiner Entwicklerreferenz selbst und schickt Aufrufe der früheren Adresse mit dem Statuscode 301 zur aktuellen Fassung. Für Seiten und andere Inhalte prüfen Sie nach einer Änderung am besten, ob die alte Adresse weiterleitet, und richten die Weiterleitung bei Bedarf selbst ein. Ein Werkzeug dafür bringen Rank Math und Slim SEO unter den SEO-Plugins für WordPress bereits in der kostenlosen Version mit.

Eine Umstellung der gesamten Struktur behandeln Sie am besten wie einen Umzug, für den Google eine vollständige Zuordnung aller alten zu den neuen Adressen empfiehlt. Die Weiterleitungen bleiben nach Googles Empfehlung so lange wie möglich bestehen, in der Regel mindestens ein Jahr, damit die Signale der alten Adressen auf die neuen übergehen können. Interne Links und Sitemap stellen Sie auf die neuen Adressen um, und jede neue Seite verweist mit einem Canonical-Tag auf sich selbst. Den Verlauf beobachten Sie nach Googles Empfehlung in den Berichten zu Sitemaps und zur Indexierung in der Search Console sowie in den Protokollen Ihres Servers.

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Unser Tipp

Kürzen Sie die aus dem Titel gebildete Adresse eines Beitrags vor der ersten Veröffentlichung auf die Begriffe, die das Thema tragen. Aus dem Titel dieses Beitrags würde WordPress die Adresse seo-freundliche-urls-aufbau-bindestriche-und-umlaute erzeugen, während seo-freundliche-urls denselben Inhalt kürzer beschreibt und auch nach einer Überarbeitung des Titels noch passt. Da Permalinks nach der Dokumentation von WordPress dauerhaft bestehen sollen, ist der Zeitraum vor der Veröffentlichung der einzige, in dem sich die Adresse ohne Weiterleitung ändern lässt.

Fazit

Eine SEO-freundliche URL beschreibt den Inhalt einer Seite mit lesbaren Wörtern in der Sprache der Zielgruppe, trennt diese Wörter nach Googles im Oktober 2026 präzisierter Empfehlung mit Bindestrichen und folgt einer einheitlichen Kleinschreibung. Umlaute stehen entweder transliteriert in der Adresse oder in den Links in Prozentkodierung, und WordPress wandelt sie bei deutscher Spracheinstellung selbst in ae, oe, ue und ss um. Auf die Platzierung wirken Wörter in der Adresse laut Google kaum, ihr Nutzen liegt in der Orientierung für Suchende und in den Breadcrumbs der Suchergebnisse.

Parameter ohne Einfluss auf den Inhalt, Sitzungskennungen und unbegrenzte Filterkombinationen erzeugen zusätzliche Adressen für dieselben Inhalte und lassen sich über Cookies, die robots.txt und nofollow begrenzen. Geänderte Adressen werden dauerhaft mit 301 oder 308 weitergeleitet, wobei WordPress diese Aufgabe bei einzelnen Beiträgen selbst übernimmt. Für eine Umstellung der gesamten Struktur empfiehlt Google eine vollständige Zuordnung alter zu neuen Adressen und Weiterleitungen über mindestens ein Jahr.

Die Angaben in diesem Beitrag geben den Stand vom 30. Oktober 2026 wieder. Die Empfehlungen von Google beruhen auf der Dokumentation von Google Search Central zur URL-Struktur in der im Oktober 2026 überarbeiteten Fassung, zu Weiterleitungen in der Fassung vom 14. April 2026 und zu Umzügen mit geänderten Adressen in der Fassung vom 20. August 2026 sowie auf dem SEO-Leitfaden für Einsteiger in der Fassung vom 10. Dezember 2025. Der Aufbau einer URL folgt der Entwicklerdokumentation von Mozilla (MDN), die Angaben zu WordPress der Dokumentation zur Permalink-Einstellung auf WordPress.org und der Entwicklerreferenz von WordPress zu den Funktionen remove_accents, sanitize_title_with_dashes und wp_old_slug_redirect.

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