Die DMEXCO verbindet in Köln eine Fachmesse mit einem Konferenzprogramm und zählte am 23. und 24. September 2026 nach Angaben des Veranstalters mehr als 40.000 Teilnehmende auf dem Gelände der Koelnmesse. Unter dem Motto „Scaling Intelligence“ ging es auf den Bühnen um die Frage, wie Unternehmen künstliche Intelligenz nach einer Phase der Versuche dauerhaft in Marketing, Werbung und Handel einbinden. Daneben standen der Onlinehandel mit KI-Agenten, der Aufbau von Marken und die Zusammenarbeit mit Creatorn im Mittelpunkt. Die Vorträge stellt der Veranstalter als Aufzeichnung bereit, sodass sich einzelne Beiträge auch ohne Besuch in Köln nachholen lassen.
Scaling Intelligence als Leitmotiv der DMEXCO 2026
Mit dem Motto „Scaling Intelligence“ beschreibt der Veranstalter den Übergang von einzelnen Versuchen mit künstlicher Intelligenz zu einem Einsatz, der messbar zum Geschäftserfolg beiträgt. Skalieren bedeutet in diesem Verständnis die Verankerung von KI über einzelne Anwendungsfälle hinaus, wofür klare Zuständigkeiten und verlässliche Daten ebenso nötig sind wie abteilungsübergreifende Abläufe. Intelligenz meint dabei ausdrücklich mehr als Technik und schließt die Fähigkeit von Menschen ein, Systeme sinnvoll zu steuern und ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten. Für die eigene Arbeit mit KI empfiehlt es sich deshalb, im Content-Workflow und in anderen Abläufen festzulegen, welche Schritte ein Werkzeug übernimmt und an welcher Stelle eine Person das Ergebnis prüft und freigibt.
Zur Eröffnung auf der Center Stage wurden drei Fokusthemen vorgestellt, die unter den Titeln AI as Business Accelerator, Agentic AI & AI Commerce sowie Trust & Strong Brands standen. Gemeint waren KI als Antrieb für das Geschäft, KI-Agenten im Handel und Vertrauen als Grundlage starker Marken. Mehrere Vorträge griffen dabei den Gedanken „Human in the Lead, not just in the Loop“ auf, also Menschen, die Entscheidungen selbst treffen und die Ergebnisse einer Maschine nicht bloß nachträglich prüfen.
Künstliche Intelligenz im Marketing auf der Center Stage
Auf der Center Stage ging es um Reibungspunkte im Marketing, an denen künstliche Intelligenz Abläufe verändern kann. Als besondere Chance galt dabei die sogenannte Shadow AI, also KI-Werkzeuge, die Beschäftigte aus eigenem Antrieb und ohne offizielle Einführung nutzen. Ziel des KI-Einsatzes sollte es nach diesem Vortrag sein, menschliche Kreativität freizusetzen und Prozesse nicht allein effizienter zu machen. Empfehlenswert ist daher eine Nachfrage im eigenen Team, welche Werkzeuge bereits im Einsatz sind. Bewährte Anwendungen lassen sich anschließend mit klaren Regeln zu Datenschutz und Freigabe in feste Abläufe übernehmen.
Ein weiterer Vortrag ordnete die Entwicklung aus wirtschaftlicher Sicht ein und riet zur Vorsicht bei Prognosen über KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen. Offen blieb dabei die Frage, ob die Nachfrage nach KI schneller wächst als die Effizienzgewinne oder ob die Gewinnmargen der Anbieter sinken. Auf der Tech Stage ging es um Phänomene in sozialen Netzwerken, um Rechenzentren und um die Erzeugung von Bildern mit KI, verbunden mit einer Warnung vor einer Flut von KI-Videos auf YouTube. Eigene YouTube-Videos heben sich davon ab, wenn sie Erfahrungen und Menschen aus Ihrem Unternehmen zeigen, die ein automatisch erzeugter Clip nicht abbilden kann. Für Bilder und Videos, die mit KI erzeugt wurden, sehen die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung seit August 2026 zudem in bestimmten Fällen eine Kennzeichnung von KI-Bildern und anderen KI-Inhalten vor.
Onlinehandel und KI-Agenten in der World of Commerce
Die World of Commerce in Halle 7 bildete 2026 erstmals die gesamte Kette des Onlinehandels ab, von Marktplätzen und Shopsystemen über digitale Zahlungsarten bis zu Logistik und Versand. Nach der Bilanz des Veranstalters war der Bereich mit einer größeren Fläche, mehr Partnern als im Vorjahr sowie eigenen Masterclasses und Angeboten zur Vernetzung ausgestattet. Zum Auftakt der Commerce Stage stand ein Überblick über den Stand des Handels im Jahr 2026 auf dem Programm.
Beschrieben wurde dort die Veränderung des Suchens und Kaufens durch KI-Agenten, während TikTok Shop und Creator Commerce neu bestimmen, wo Nachfrage überhaupt entsteht. Als Beispiel für einen verbundenen Ansatz diente China mit seinem Zusammenspiel von Inhalten und Handel, KI und Bezahlung sowie der Lieferkette. Im anschließenden Panel mit Fachleuten aus Handel und Plattformen ging es um die Verlagerung der Produktsuche von Google zu sozialen Netzwerken, Messengern und KI-Assistenten. Mit Agentic Commerce könnte künftig ein KI-Agent zwischen Handel und Kundschaft stehen, wofür nach Einschätzung der Runde vor allem saubere Daten nötig sind.
Für Onlineshops bedeutet das eine vollständige und übereinstimmende Pflege der Produktdaten im Shop, in den strukturierten Daten und im Merchant Center, damit KI-Assistenten Angebote korrekt erfassen. Ob ein Shop in den Antworten solcher Assistenten genannt wird, hängt außerdem von Erwähnungen in Fachmedien und auf Vergleichsseiten ab, aus denen KI-Sichtbarkeit entsteht. Am zweiten Tag ging es außerdem um den Handel zwischen Unternehmen, in dem bewährte Vertriebskanäle neben dem Onlinegeschäft ihre Bedeutung behalten.
Marken, Creator und Community
Ein Panel zur Creator Economy beschäftigte sich damit, wie Marken und Creator Nähe zu ihrem Publikum aufbauen. Regelmäßige Inhalte schaffen nach der Erfahrung der Runde Nähe, feste Rituale und eine Gemeinschaft, und entscheidend ist die tägliche Relevanz für die Fans statt einzelner Spitzen bei der Reichweite. Empfehlenswert ist deshalb ein fester Rhythmus für eigene Beiträge, etwa eine wöchentliche Reihe mit YouTube Shorts, die Ihr Publikum zu einem bekannten Zeitpunkt erwartet.
Ein weiteres Panel mit Fachleuten aus Sport, Medien und Werbung übertrug diesen Gedanken auf den Fußball. Die Runde beschrieb ihn als ganzjähriges Umfeld mit eigenen Gemeinschaften, neuen Fangruppen und einem wachsenden Frauenfußball. Marken erreichen dieses Publikum nach Einschätzung der Runde, indem sie selbst Teil der Fußballkultur werden. Am zweiten Tag wählte eine Jury „The Return of Experience“ zum Markentrend, also die Rückkehr des Erlebnisses als Teil der Markenführung. Für das Marketing im B2B-Geschäft stand zudem eine Keynote zu Strategien auf LinkedIn auf dem Programm.
Aufzeichnungen der DMEXCO 2026 und Nacharbeit
Die Keynotes, Panels und Masterclasses der DMEXCO 2026 stellt der Veranstalter als Video-on-Demand in der DMEXCO Community bereit, in der sich Interessierte kostenlos registrieren können. Inhaberinnen und Inhaber eines Tickets melden sich direkt auf der digitalen Plattform an, während alle übrigen nach Angaben des Veranstalters ab Anfang Oktober Zugang erhalten. Abrufen lassen sich die Aufzeichnungen im Browser oder in der DMEXCO-App, sodass sich einzelne Vorträge auch in einer ruhigen Stunde im Büro nachholen lassen.
Unser Tipp
Legen Sie heute ein kostenloses Konto in der DMEXCO Community an und suchen Sie sich in der Agenda zwei Vorträge zu einer Frage heraus, die in Ihrem Unternehmen gerade ansteht. Das kann etwa der Einsatz von KI im Onlineshop oder die Arbeit mit Creatorn sein. Tragen Sie für die Aufzeichnungen einen festen Termin mit Ihrem Team in den Kalender ein und halten Sie im Anschluss eine Anregung fest, die Sie in den folgenden Wochen umsetzen.
Für Besucherinnen und Besucher der Messe ist die Woche danach ein guter Zeitpunkt für eine kurze Nachricht an jeden neuen Kontakt mit Bezug auf das Gespräch am Stand, solange die Erinnerung auf beiden Seiten frisch ist. Aus einem solchen Gespräch kann ein Lead werden, also ein Kontakt mit erkennbarem Interesse an einem Angebot. Versehen Sie die Links in diesen Nachrichten am besten mit UTM-Parametern, damit Ihre Webanalyse erkennt, welche Besuche aus den Messekontakten stammen.
Die Zahl der Anfragen aus diesen Kontakten gehört neben die übrigen Kennzahlen Ihres Marketings und zeigt im Vergleich mit Ticket, Anreise und Arbeitszeit, ob sich der Besuch getragen hat. Bewährt hat sich zudem eine kurze Notiz zu jedem besuchten Vortrag und jedem Anbieter, die festhält, was Sie mitgenommen haben und welcher Schritt als Nächstes folgt. Diese Notizen bilden die Grundlage für die Entscheidung über eine Anreise zur nächsten DMEXCO, die der Veranstalter für den 22. und 23. September 2027 angekündigt hat.
Fazit
Die DMEXCO 2026 stand unter dem Motto „Scaling Intelligence“ und rückte den dauerhaften Einsatz künstlicher Intelligenz in Marketing und Handel in den Mittelpunkt, verbunden mit der Forderung, dass Menschen die Führung behalten. Auf der Center Stage ging es um die Chancen der Shadow AI, um Kreativität als Ziel des KI-Einsatzes und um offene wirtschaftliche Fragen rund um KI-Agenten. Im Onlinehandel zeichnete sich eine Verlagerung der Produktsuche in soziale Netzwerke, Messenger und KI-Assistenten ab, für die saubere Produktdaten die Voraussetzung bilden.
Beim Markenaufbau betonten die Panels regelmäßige Inhalte und die Nähe zur eigenen Gemeinschaft gegenüber einzelnen Spitzen bei der Reichweite. Als Markentrend wählte die Jury die Rückkehr des Erlebnisses. Die Vorträge stehen als Aufzeichnung in der DMEXCO Community bereit, und für Besucherinnen und Besucher der Messe schließt sich in diesen Tagen die Nacharbeit mit den neuen Kontakten an.
Die Angaben geben den Stand vom 28. September 2026 wieder und beruhen auf den Veröffentlichungen der DMEXCO als Veranstalter, darunter die Tagesberichte zur DMEXCO 2026, die Bilanz vom 24. September 2026 und die Angaben zur DMEXCO Community. Die Inhalte der Vorträge und Panels sind den Tagesberichten des Veranstalters entnommen. Genannte Marken-, Unternehmens- und Veranstaltungsnamen gehören ihren jeweiligen Inhabern und werden hier ausschließlich zur Beschreibung verwendet. Angaben ohne Gewähr.