Web-Analytics bezeichnet das Erheben und Auswerten von Daten über die Nutzung einer
Website. Erfasst wird, über welche Wege Besucher kommen, welche Seiten sie aufrufen, wie
lange sie bleiben und welche Handlungen sie ausführen. Aus diesen Beobachtungen entstehen
Entscheidungen darüber, welche Inhalte ausgebaut, welche Seiten überarbeitet und welche
Kanäle verstärkt werden.
Von der Zahl zur Entscheidung
Die meisten Auswertungswerkzeuge liefern weit mehr Werte, als eine Website je benötigt, und
genau darin liegt die eigentliche Schwierigkeit. Eine Übersicht mit vierzig Kennzahlen
beeindruckt, führt jedoch selten zu einer Handlung. Nützlich wird eine Zahl erst, sobald
klar ist, welche Entscheidung von ihr abhängt und ab welchem Wert diese Entscheidung
anders ausfällt.
Bewährt hat sich deshalb ein umgekehrtes Vorgehen. Halten Sie zunächst fest, was Ihre
Website erreichen soll, etwa Anfragen über das Kontaktformular, Anmeldungen zum Newsletter
oder Bestellungen im Shop. Aus diesem Ziel ergeben sich drei bis fünf Kennzahlen, und alles
Weitere bleibt Beiwerk, das Sie bei Bedarf hinzuziehen.
Diese Klarheit erspart zugleich eine häufige Enttäuschung. Steigende Besucherzahlen wirken
zunächst erfreulich, sagen jedoch wenig aus, solange offen bleibt, ob daraus Anfragen
entstehen. Eine Website mit dreihundert Besuchern im Monat und zehn Anfragen leistet mehr
als eine mit dreitausend Besuchern und zwei Anfragen, weshalb die absolute Zahl allein
selten weiterhilft.
Zwei Werkzeuge, zwei Perspektiven
Für die meisten Websites genügen zwei Quellen, die sich sinnvoll ergänzen. Die
Google Search Console zeigt die Sicht der
Suchmaschine, also über welche Suchanfragen Ihre Seiten erscheinen, wie häufig sie
angeklickt werden und auf welchen Positionen sie stehen. Diese Angaben stammen direkt von
Google und stehen für rund sechzehn Monate rückwirkend bereit.
Ein Analysewerkzeug wie Matomo, Plausible oder Google Analytics beginnt dort, wo die
Search Console endet, nämlich beim Verhalten auf der Website selbst. Es erfasst den Weg
durch die Seiten, die Verweildauer und die ausgelösten Handlungen. Beide Quellen zusammen
ergeben ein vollständiges Bild vom ersten Auftauchen in den Ergebnissen bis zur
abgeschlossenen Anfrage, wie der Beitrag
Google Search Console verstehen ausführt.
Achten Sie bei der Einrichtung darauf, Zugriffe aus dem eigenen Haus auszuschließen und
die Ziele der Website als messbare Ereignisse zu hinterlegen, etwa das abgeschickte
Formular oder den Klick auf die Telefonnummer. Ohne diese Ereignisse bleibt jede
Auswertung bei Besuchszahlen stehen, und genau dort beginnt die eigentliche Frage.
Kennzahlen, die eine Entscheidung tragen
Aussagekräftig sind jene Werte, die eine Handlung nach sich ziehen. Die Zahl der
Suchanfragen, über die Ihre Website erscheint, zeigt die Breite Ihrer Sichtbarkeit. Die
Klickrate verrät, wie überzeugend Titel und Beschreibung in den Ergebnissen wirken, und
eine niedrige Rate bei guter Position ist ein deutlicher Hinweis darauf, diese beiden Angaben zu
überarbeiten.
Auf der Website selbst zählen die abgeschlossenen Handlungen und ihr Anteil an allen
Besuchen. Aufschlussreich sind daneben
Micro-Conversions, also auf kleinere Schritte wie
das Öffnen der Preisliste, das Abspielen eines Videos oder den Aufruf der Kontaktseite.
Sie treten häufiger auf als Abschlüsse und zeigen daher früher, ob eine Änderung Wirkung
entfaltet. Welche Werte im Einzelnen tragen, vertieft
Die Kennzahlen, auf die es wirklich ankommt.
Mit Vorsicht zu betrachten ist die Absprungrate. Ein
hoher Wert wirkt zunächst beunruhigend, bedeutet jedoch häufig lediglich, dass Besucher
ihre Antwort gefunden haben und zufrieden gegangen sind. Erst im Zusammenspiel mit
Verweildauer und Seitenaufrufen ergibt sich ein belastbares Bild.
Ebenso aufschlussreich ist die Herkunft der Besucher. Suchmaschinen, direkte
Aufrufe, Verweise von anderen Websites und soziale Netzwerke verhalten sich
unterschiedlich, sowohl in der Verweildauer als auch in der Bereitschaft, eine Anfrage zu
stellen. Diese Aufteilung zeigt, welcher Kanal tatsächlich Kunden bringt und welcher vor
allem Zahlen erzeugt.
Den Weg durch die Website verstehen
Über einzelne Werte hinaus zählt der Verlauf eines gesamten Besuchs. Ein
Conversion-Funnel bildet die Schritte vom
Einstieg bis zum Abschluss ab und zeigt, an welcher Stelle die meisten Besucher aussteigen.
Häufig liegt dieser Punkt an einer erwartbaren Stelle, etwa bei einem Formular mit zu
vielen Feldern oder bei einer Versandkostenangabe, die erst spät erscheint.
Ergänzend liefert eine Heatmap ein anschauliches Bild
davon, wohin Besucher klicken und wie weit sie scrollen. Diese Darstellung eignet sich
besonders für Landingpages und ersetzt manche Vermutung durch eine Beobachtung. Wirklich
belastbar werden Änderungen anschließend durch einen Test mit zwei Fassungen, bei dem eine
Hälfte der Besucher die eine und die andere Hälfte die zweite Variante sieht.
Aufschlussreich ist außerdem der Vergleich einzelner Seiten untereinander. Beiträge mit
ähnlichem Thema und deutlich unterschiedlicher Klickrate verraten, welche Überschriften
und Beschreibungen in den Ergebnissen überzeugen. Diese Erkenntnis lässt sich unmittelbar
auf die übrigen Seiten übertragen und wirkt damit weit über den untersuchten Beitrag
hinaus.
Messen im Rahmen des Datenschutzes
Jede Messung berührt personenbezogene Daten und damit die Anforderungen der
Datenschutz-Grundverordnung. Werkzeuge, die Daten in die Vereinigten Staaten übertragen
oder Wiedererkennungsmerkmale setzen, verlangen eine ausdrückliche Einwilligung der
Besucher über ein Banner. Fehlt diese Einwilligung, entfällt die Messung für den
betreffenden Besuch.
Praktisch bedeutet das einen erheblichen Anteil fehlender Daten, weil viele Besucher die
Einwilligung verweigern. Der Consent Mode von Google
gleicht diese Lücke rechnerisch aus, indem er aus den vorhandenen Daten modelliert. Eine
Alternative bieten cookiefreie Werkzeuge wie Plausible oder ein selbst betriebenes Matomo,
die häufig ohne Einwilligung auskommen und dadurch vollständige Zahlen liefern. Für die
Bewertung des Einzelfalls empfiehlt sich eine rechtliche Beratung.
Unabhängig vom gewählten Werkzeug gehören die eingesetzten Dienste in die
Datenschutzerklärung, ergänzt um Angaben zum Zweck der Verarbeitung und zur
Speicherdauer. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter gehört ebenfalls dazu.
Diese Unterlagen einmal sauber angelegt, halten anschließend über Jahre.
Ein Rhythmus, der sich durchhalten lässt
Auswertungen entfalten ihren Wert vor allem durch Regelmäßigkeit. Ein
monatlicher Termin von dreißig Minuten genügt für die meisten Websites. Betrachten Sie
dabei die Entwicklung Ihrer drei bis fünf Kennzahlen im Vergleich zum Vormonat und zum
Vorjahresmonat, denn saisonale Schwankungen verzerren den reinen Monatsvergleich.
Sinnvoll ist außerdem ein knapper Bericht, selbst wenn Sie ihn allein für sich schreiben.
Drei Sätze zu jeder Kennzahl, dazu eine Erklärung für auffällige Abweichungen und eine
Festlegung, was im kommenden Monat geschieht, genügen vollauf. Dieser Bericht verwandelt
die Zahlen in Entscheidungen und macht die Entwicklung über das Jahr hinweg nachvollziehbar.
Halten Sie zusätzlich fest, welche Änderungen Sie an der Website vorgenommen haben und
wann. Diese schlichte Liste macht spätere Ausschläge erklärbar und verwandelt die
Auswertung in eine fortlaufende Beobachtung. Zunehmend übernehmen Assistenten Teile dieser
Arbeit, wie Ask Advisor zeigt, und für die
Sichtbarkeit in KI-Antworten gibt es inzwischen eigene Berichte, beschrieben in
KI-Berichte in der Search Console. Die Beiträge
weiter oben auf dieser Seite vertiefen die einzelnen Aufgaben.